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1. Mai:
Organisationsformen Algen
Korrektur bei siphonocladal
(danke an Peter)

20. Juni
:

Symbiose
Merksatz falsch angewendet
(danke an F. Geven)
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Es können noch so viele grüne Blätter wachsen, doch wenn verschiedene Lebewesen die gleiche Ressource nutzen, findet fast immer ein Kampf darum statt. Es entsteht Konkurrenz. Dabei können richtige Schlachten stattfinden, wenn beispielsweise Hyäne und Schakal sich um ein Stück Aas streiten oder die Bäume für uns eher unbemerkt, sich um mehr Licht, Wasser und Mineralien bemühen.
Zur Konkurrenzkraft bei Pflanzen gehören Eigenschaften wie Saugkraft (Wurzeln), Wuchsleistung, Keimungsgeschwindigkeit oder das Überstehen von Trockenperioden oder Parasitenbefall. Manche Pflanzen sondern auch Hemmstoffe gegen ihre Konkurrenten ab, das nennt man dann Antibiose (daher der Begriff Antibiotika).

Betrachtet man die Konkurrenz zweier Arten genauer, so erkennt man, dass sie versuchen, innerhalb ihrer ökologischen Potenz auszuweichen. Es gibt also ein physiologisches Optimum und ein, abhängig von der Konkurrenz, ökologisches Optimum.

Das ökologische Optimum zeigt sich an folgendem Beispiel:
Seepocke und Sternseepocke siedeln sich an den Felsen der Nordeeküste an. Sie haben einen großen Überlappungsbereich, doch letztendlich setzt sich die Seepocke durch und verdrängt die Sternseepocke an höhere Standorte - wobei diese dort wiederum im Vorteil ist (weil sie längere Trockenzeiten übersteht). Die Seepocke wird dort also nicht zu finden sein, obwohl sie theoretisch dort ebenfalls überleben könnte.

Ein weiteres Beispiel sind der Hederich und der Acker-Spergel.

Reinkultur



Sie wurden einmal jeweils in eigenen Versuchsreihen unterschiedlichen pH-Werten ausgesetzt, um zu sehen, wie ihre jeweilige ökologische Potenz und ihr physiologisches Optimum ist.
Schön erkennt man die unterschiedlichen Optimumwerte, die einmal bei  einem pH-Wert von 5 (Acker-Spergel) und einmal bei 6 (Hederich) liegen. Die ökologische Potenz besitzt bei beiden Pflanzen einen hohen Toleranzbereich.




Viel interessanter ist es jetzt, das Wachstumsverhalten der beiden Pflanzen zu betrachten, wachsen sie parallel im selbem Bereich auf.
Auf der rechten Seite sieht man eine ganz klare Verschiebung des Optimums, doch heißt es hier nicht mehr physiologisches, sondern aufgrund des gemeinsamen Aufwachsens ökologisches Optimum.
Sobald der Hederich also mit dem Acker-Spergel gemeinsam aufwächst, versucht er sich mit diesem zu arrangieren. ( Konkurrenzvermeidungsprinzip) Er beschränkt sich wesentlich auf einen pH-Wert von 4, wohingegen der Acker-Spergel einen pH-Wert von 6 nun bevorzugt. Er verdrängt den Hederich aus diesem Bereich. Bei einem pH-Wert über 6 gewinnt der Acker-Spergel wieder an Boden, seine Konkurrenzfähigkeit in diesem Bereich steigt.
Eine Kurve mit mehreren Spitzen ist für eine Reinkultur sehr unüblich, doch beim Betrachten des ökologischen Optimums können durchaus mehrere Steigungen und Gefälle zu finden sein.

Das physiologische und ökologische Optimum muss übrigens immer innerhalb der ökologischen Potenz sein.

Konkurrenzvermeidungsprinzip:
Arten, die Bedingungen in einem Lebensraum unterschiedlich nutzen, können nebeneinander existieren. Die schwächere Art passt sich dementsprechend an.
Konkurrenzausschlussprinzip:
Arten, die Bedingungen in einem Lebensraum nicht unterschiedlich nutzen können, werden in so harten Konkurrenzkampf treten, dass eine der beiden Arten sich nicht mehr behaupten kann.

In diesem Experiment dreht sich alles um drei Pantoffeltierarten. Bodenart 1, Bodenart 2 und eine eine Art, die an der Oberfläche eines wässrigen Milieus lebt.

Bodenarten alleine

Sie entwickeln sich jeweils optimal, wobei Bodenart 1 sich etwas besser entwickelt, weil sie ein besseres physiologisches Optimum besitzt.

Bodenarten zusammen

Nur eine Art kann sich durchsetzen (Konkurrenzausschlussprinzip).

Bodenart und Oberflächenart zusammen

Die Bodenart dominiert zunächst die obere Art, allerdings erholt sich diese schnell und setzt sich durch. Trotzdem können beide Arten nebeneinander dominieren, weil sie ausreichend unterschiedliche Ansprüche an ihr Umgebungsmilieu haben. Die Bodenart passt sich z.B. durch verändertes Fressverhalten oder andere Enzyme an (Konkurrenzvermeidungsprinzip).

Konkurrenzabschwächung durch Kontrastbetonung

Wenn sich zwei Arten sehr ähnlich sind, also fast identische Ansprüche an ihren Lebensraum haben, ist die Konkurrenz besonders groß. Leben diese zwei Arten getrennt voneinander, dann wird man kaum einen Unterschied finden. Überschneiden sich ihre Lebensräume aber, so treten eben diese Unterschiede plötzlich viel stärker heraus. Man nennt diese Besonderheit Kontrastbetonung.

Bei Vögeln die sich sehr ähnlich sind (z.B. Felsen- und Klippenkleiber) ist dieser sich ausprägende Unterschied oft beim Schnabel zu entdecken:



Das obrige Schaubild ist ein Beispiel für interspezifische Konkurrenz, allerdings gibt es auch intraspezifische Konkurrenz.

interspezifische Konkurrenz:
Konkurrenz zwischen zwei Arten (zwischenartliche Konkurrenz)
intraspezifische Konkurrenz:
Konkurrenz innerhalb einer Art (innerartliche Konkurrenz)

Konkurrenz unter Artgenossen

Wie es Konkurrenz zwischen zwei Arten gibt, so stehen auch Artgenossen miteinander in Konkurrenz. Meist ist dieser Kampf noch viel härter, weil sie ja genau die selben Ansprüche an ihre Umwelt haben. Doch stellen sie schließlich auch Geschlechts- und Sozialpartner dar, die bei der Futtersuche, beim Schutz gegen Fressfeinde oder beim Lernen helfen.
Damit eine Art sich nicht untereinander zerstört, gibt es einige Mechanismen, welche die innerartliche Konkurrenz zu vermindern versuchen:

  • Revierbildung:
    Viele Tiere bilden Reviere, die zwar im Konkurrenzkampf erworben und behauptet werden müssen, doch durch Markierungssignale (Rüden pinkeln) werden solche Kämpfe größtenteils vermieden.
  • Große Unterschiede zwischen Jugend- und Altersform:
    Bei manchen Arten unterscheiden sich die Form von jungen und älteren Artgenossen so sehr, dass sie untereinander kaum mehr Konkurrenz erzeugen. Eine Raupe hat beispielsweise völlig andere Bedürfnisse als der Schmetterling.
  • Sexualdimorphismus:
    Große Unterschiede zwischen den Geschlechtern nennt man Sexualdimorphismus. Männchen und Weibchen nutzen ihre Umwelt dann teilweise anders und vermeiden somit das Entstehen von Konkurrenz. Beispielsweise bei Stechmücken. Die Weibchen saugen Blut, die Männchen sind harmlose Nektarkonsumierer.